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lexikon der Kinderwunschtherapie

AMH

Das Anti-Muellerian-Hormon ist ein wichtiger Parameter zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit des weiblichen Eierstockes. Hohe Werte sprechen dafür, dass zur Anregung der Eizellreifung (Hormon-Stimulation) nur geringe Medikamentendosen notwendig sind. Geringe Werte bedeuten eventuell, dass sich Ihr Eierstock für eine erfolgversprechende Eizellentnahme nicht mehr ausreichend stimulieren lässt.

Assisted Hatching

Sanftes Öffnen der äußeren Schutzhülle des Embryos, um zuerst das Schlüpfen und dann seine Einnistung in die Gebärmutter zu erleichtern. Vor allem, wenn eingefrorene Embryonen eingesetzt werden, findet diese Methode Anwendung, da in diesen Fällen die Schutzhülle oftmals verdickt ist. 

Blasytocyste

Stadium Ihres Embryos am fünften Tag nach der Befruchtung. Bis zu diesem Stadium kann ein Embryo im Labor außerhalb Ihres Körpers in einer Nährflüssigkeit aufbewahrt und umsorgt werden. Danach sieht die Natur die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut vor. Ihr Embryo wird Ihnen daher meist in Form einer Blastocyste in Ihre Gebärmutter übertragen.  

Eileiterschwangerschaft

Einnistung des Embryos außerhalb der Gebärmutter im Eileiter, auch bekannt als ektope Schwangerschaft. 

Einnistungsspülung

Im Ejakulat befinden sich neben den Spermien auch noch viele weitere Bestandteile, unter anderem die sogenannten Prostaglandine. Diese Prostaglandine können dazu beitragen, die Empfängnisbereitschaft der Gebärmutterschleimhaut zu verbessern. Durch eine spezielle Aufbereitung der Samenflüssigkeit und das Einbringen dieser prostaglandinreichen Flüssigkeit in den Gebärmutterhals kann versucht werden, die Erfolgswahrscheinlichkeit der Behandlung zu optimieren. Prospektive Studien sehen die Wirksamkeit dieser Methode differenziert.

Embryo

Ab der Bildung von 2 Blastomeren spricht man von einem Embryo. Der „Bauplan“ des neues Lebens ist damit unwiderruflich festgelegt. 

Endometriose

Die Innenseite der Gebärmutter ist vollständig von einer Schleimhaut ausgekleidet. Beim Krankheitsbild der Endometriose breitet sich diese Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle aus. Ebenso wie die Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter wächst und blutet diese während des natürlichen Monatszyklusses. Patientinnen leiden oft unter starken Schmerzen, vor allem während der Monatsblutung und beim Geschlechtsverkehr. Endometriose ist einer der häufigsten Gründe der Unfruchtbarkeit. Sie ist schwierig zu behandeln und hat auch in der Kinderwunschtherapie oft niedrigere Erfolgsraten als vergleichbare Gründe der Unfruchtbarkeit. 

Follikel

auf Deutsch "Eibläschen". Üblicherweise wächst im Monatszyklus der Frau pro Eibläschen eine Eizelle heran. Im Rahmen der IVF Behandlung wird durch die Hormon-Stimulation = die Gabe von Medikamenten (Gonadotropinen) versucht, mehrere Eibläschen gleichzeitig heranreifen zu lassen, sodass bestenfalls mehrere Eizellen entnommen und befruchtet werden können. 

Fortpflanzungsmedizingesetz

Regelt seit 1994 die künstliche Befruchtung in Österreich. Wesentliche Elemente: Verbot der Leihmutterschaft. Das Verbot der Eizellspende, der Präimplantationsdiagnostik sowie das Verbot der Behandlungung von lesbischen Paaren wurde in Österreich im Jahr 2015 aufgehoben, es müssen jedoch genau definierte Kriterien für die Zulässigkeit dieser Anwendungen erfüllt sein. 

IVF-Fonds-Gesetz

Seit dem Jahr 2000 regelt dieses Gesetz die staatliche finanzielle Unterstützung bei der Therapie der Unfruchtbarkeit in Österreich. Wesentliches Element ist, dass im Falle einer indizierten IVF Behandlung etwa 70 % der Behandlungskosten ersetzt werden. Damit verbleiben für das betroffene Paar Restkosten von etwa 1000 Euro. Falls keine Anspruchsberechtigung besteht, entstehen hier Kosten von etwa 4000 - 5000 Euro. 

Kryokonservierung

Das Einfrieren menschlicher Zellen in flüssigem Stickstoff bei -196 °C, das im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung sowohl für Spermien, Eizellen als auch Embryonen bis zum Blastozysten-Stadium möglich ist. Bei dieser Temperatur finden keine biochemischen Prozesse mehr statt, weshalb es keinen Unterschied macht, ob Zellen 1 Minute oder 10 Jahre eingefroren bleiben. Dadurch können Zellen über einen langen Zeitraum gelagert werden. Embryonen dürfen in Österreich maximal 10 Jahre gelagert werden. Es ist Stand der Wissenschaft, pro Behandlungszyklus lediglich einen Embryo in die Gebärmutter einzusetzen (Single-Embryo-Transfer). Sämtliche weitere Embryonen können durch die Kryokonservierung für einen späteren erneuten Embryotransfer aufbewahrt werden. Die Möglichkeit der Kryokonservierung hilft also dabei, Mehrlingsschwangerschaften (Zwillinge, Drillinge, Vierlinge,...) zu vermeiden, da diese mit einem höheren Risiko verbunden sind. Darüber hinaus wird die Erfolgswahrscheinlichkeit pro gestartetem Stimulationszyklus damit optimiert. 

Laparoskopie

"Bauchspiegelung". Ein weit verbreitetes operatives Verfahren, um Gründe der Unfruchtbarkeit zu diagnostizieren und gelegentlich auch zu behandeln. Vereinfacht gesagt werden dabei chirurgische Instrumente durch wenige sehr kleine Schnitte in den Bauchraum eingeführt. Dies ermöglicht es, die inneren Organe der Frau mittels einer winzigen Kamera zu betrachten. Häufig werden durch diese Maßnahme Gründe für die Unfruchtbarkeit festgestellt. Bei Vorliegen von Verwachsungen (Endometriose) können diese im Zuge des Eingriffes bestenfalls auch gleich gelöst werden.

Myome

sind häufig vorkommende, gutartige Muskelgeschwulste in der Wand der Gebärmutter. Ihre Rolle im Bereich der Kinderlosigkeit ist noch nicht endgültig geklärt, manchmal sind kleine, zentral gelegene Myomkeime hier problematischer als große, die an der Außenseite liegen. 

Ovar

= der Eierstock der Frau. Im Gegensatz zu den Gameten (Keimzellen) beim Mann sind hier schon bei der Geburt alle künftigen Eizellen vorhanden. Sie altern demzufolge auch mit der Frau. Dies ist der Grund, warum die Fruchtbarkeit der Frau ab dem 35. Lebensjahr merkbar absinkt. Ab dem 40. Lebensjahr zeigen die Eizellen bei einer genetischen Untersuchung (siehe Polkörperchen) in einem höheren Prozentsatz genetische Abweichungen. 

Polkörperchendiagnostik

Aufgrund der rigiden Gesetze in Österreich dürfen im IVF-Labor keine Embryonen auf genetische Schäden untersucht werden. Allerdings ist es möglich, Eizellen auf Abnormitäten zu untersuchen (Polkörperchendiagnostik). Das Verfahren ist leider teuer und kann genetische Schäden beim Embryo nur in einem Teil, jedoch nicht gänzlich verhindern. Allerdings ist in Kürze mit einer Gesetzesänderung zu rechnen, womit die Präimplantationsdiagnostik zugelassen werden wird. Polkörperchen, Stellungnahme der Biothikkommission zur Präimplantationsdiagnostik

Polycystisches Ovar

Diese Veränderung im Bereich der Eierstöcke ist ebenfalls ein häufiger Grund der Sterilität. Zahlreiche kleine Follikel (etwa 4- bis 5mal mehr als in normalen Eierstöcken) führen zu Zyklusunregelmäßigkeiten und Unfruchtbarkeit. Verbindungen zu einem frühen Diabetes II sind gegeben. Die Stimulation der Eierstöcke ist schwierig, da diese zu einer Überstimulation neigen. Probleme des PCO-Ovars

Sedoanalgesie

Ein sehr schonendes Verfahren, um bei der Punktion der Ovarien keine Schmerzen zu verspüren. Die Nebenwirkungen sind ausgesprochen gering. Beschreibung der Sedoanalgesie

Spermiogramm

Diagnostische Maßnahme zur Erfassung der männlichen Fruchtbarkeit. Unter dem Mikroskop wird nicht nur die Gesamtzahl der Spermien berechnet, sondern auch die Qualität der Spermatozoen festgestellt.
Ist das Spermiogramm von schlechter Qualität, besteht laut österreichischem IVF-Fonds-Gesetz der Anspruch auf die finanzielle Unterstützung in einem IVF-Verfahren (70 % der Kosten werden ersetzt). Genaue Beschreibung

TESE

Abkürzung für die testikuläre Spermaextraktion. Mit diesem Verfahren ist es möglich, trotz fehlender Spermien in bestimmten Fällen mittels eines kleinen Eingriffs aus dem Hoden Spermatozoen zu gewinnen. Beschreibung des Verfahrens.

Ungeklärte Sterilität (unexplained infertility)

Sie liegt dann vor, wenn trotz des Einsatzes aller medizinischer Abklärungsschritte kein Grund für die Unfruchtbarkeit gefunden wird. Dies ist bei etwa 20 % aller unfruchtbaren Paare der Fall. Interessanterweise ist es auch hier mittels künstlicher Befruchtung oft möglich, eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Vasektomie

Unterbindung beider Samenstränge zur Unfruchtbarkeitmachung des Mannes. Leider lässt sich diese im Falle eines erneuten Kinderwunsches nicht immer befriedigend rückoperieren, sodass oft nur der Weg einer künstlichen Befruchtung offen steht. In diesem Falle werden allerdings keinerlei Kosten vom IVF-Fonds übernommen. Genaue Beschreibung