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Einführungslexikon der Kinderwunschtherapie

AMH

Das Anti-Muellerian-Hormon ist ein wichtiger Parameter zur Einschätzung der Leistungsfähigkeit des weiblichen Ovars. Hohe Werte sprechen dafür, dass zur Stimulation nur geringe Medikamentendosen notwendig sind, jedoch die Gefahr einer Überstimulation besteht. Geringe Werte bedeuten eventuell, dass sich der Eierstock für eine erfolgversprechende Punktion nicht mehr genug stimulieren lässt. Nähere Beschreibung

Assisted Hatching

Anritzen der äußeren Hülle des Embryos, um zuerst das Schlüpfen und dann seine Einnistung in die Gebärmutter zu erleichtern

Blasytocyste

Weit fortgeschrittenes Stadium im Reagenzglas. Die Prognose eines Erfolges ist hier meist sehr gut. Nähere Beschreibung

Eileiterschwangerschaft

Ektope Einnistung des Embryos außerhalb der Gebärmutter im Eileiter. Stellungnahme von Prof. Tews in Wikipedia

Einnistungsspülung

Spezielle Präparation des Seminalplasmas und Einbringen in den Cervikalkanal zur Erhöhung der Erfolgsrate im IVF. Prospektive Studien sehen die Wirksamkeit noch differenziert.

Embryo

Ab der Bildung von 2 Blastomeren spricht man von einem Embryo. Der „Bauplan“ des neues Lebens ist damit unwiderruflich festgelegt. Die Entwicklung vom Embryo zum Fetus

Endometriose

Einnistung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterinnenseite, einer der häufigsten Gründe der Sterilität. Sie ist schwierig zu behandeln und hat auch in der Sterilitätstherapie oft niedrigere Erfolgsraten als vergleichbare Gründe der Unfruchtbarkeit. Beschreibung der Erkrankung und Bilder

Follikel

auf Deutsch – Eibläschen: üblicherweise wächst pro Eibläschen im Zyklus eine Eizelle heran. Es ist daher Ziel der IVF-Therapie, durch Gabe von Medikamenten (Gonadotropine) mehrere derartige Eibläschen heranzuzüchten. Der Eisprung

Fortpflanzungsmedizingesetz

Regelt seit 1994 die künstliche Befruchtung in Österreich. Wesentliche Elemente: Verbot der Leihmutterschaft, Verbot der Eizellspende (in Aufweichung begriffen), Verbot der Anwendung bei gleichgeschlechtlichen Paaren (2014 von der EU als rechtswidrig erkannt). Gesetzestext

IVF-Fonds-Gesetz

Seit dem Jahr 2000 regelt dieses Gesetz die finanzielle Unterstützung bei der Therapie der Unfruchtbarkeit. Wesentliches Element ist, dass im Falle einer indizierten IVF etwa 70 % der Behandlungskosten ersetzt werden. Damit verbleiben für das betroffene Paar Restkosten von etwa 1000 Euro. Falls keine Anspruchsberechtigung besteht, entstehen hier Kosten von etwa 3500 – 4000 Euro. Gesetzestext

Kryokonservierung

Ein Verfahren im Bereich erfolgreicher IVF-Zyklen, das erlaubt, Embryonen über einen langen Zeitraum zu lagern und bei gegebenen Umständen der Frau einzupflanzen. Dieses Verfahren hilft die Entstehung von höhergradigen Mehrlingen (Drillinge, Vierlinge), die mit einem hohen geburtshilflichen Risiko verbunden sind, zu vermeiden. Genaue Beschreibung

Laparoskopie

Ein weit verbreitetes operatives Verfahren, um Sterilitätsgründe zu erfassen und gelegentlich auch zu therapieren. Vereinfacht gesagt, nach der Insufflation von CO2 in die Bauchhöhle wird ein optisches Instrument unterhalb des Bauchnabels in die Bauchhöhle eingeführt. Danach können die inneren Organe der Frau betrachtet werden. Häufig werden durch diese Maßnahme Sterilitätsgründe festgestellt. Bei Vorliegen von Verwachsungen können diese gelöst werden. Beschreibung des Verfahrens

Myome

sind häufig vorkommende, gutartige Muskelgeschwulste in der Wand der Gebärmutter. Ihre Rolle im Bereich der Kinderlosigkeit ist noch nicht endgültig geklärt, manchmal sind kleine, zentral gelegene Myomkeime hier problematischer als große, die an der Außenseite liegen. Beschreibung und Bilder von Myomen

Ovar

Der Eierstock der Frau. Im Gegensatz zu den Gameten beim Mann sind hier schon bei der Geburt alle künftigen Eizellen vorhanden. Sie altern demzufolge auch mit der Frau. Dies wiederum ist der Grund, warum die Fruchtbarkeit der Frau ab dem 35. Lebensjahr sinkt. Ab dem 40. Lebensjahr zeigen die Eizellen bei einer genetischen Untersuchung (siehe Polkörperchen) in einem hohen Prozentsatz genetische Abweichungen. Bilder und Beschreibung

Polkörperchendiagnostik

Aufgrund der rigiden Gesetze in Österreich dürfen im IVF-Labor keine Embryonen auf genetische Schäden untersucht werden. Allerdings ist es möglich, Eizellen auf Abnormitäten zu untersuchen (Polkörperchendiagnostik). Das Verfahren ist leider teuer und kann genetische Schäden beim Embryo nur in einem Teil, jedoch nicht gänzlich verhindern. Allerdings ist in Kürze mit einer Gesetzesänderung zu rechnen, womit die Präimplantationsdiagnostik zugelassen werden wird. Polkörperchen, Stellungnahme der Biothikkommission zur Präimplantationsdiagnostik

Polycystisches Ovar

Diese Veränderung im Bereich der Eierstöcke ist ebenfalls ein häufiger Grund der Sterilität. Zahlreiche kleine Follikel (etwa 4- bis 5mal mehr als in normalen Eierstöcken) führen zu Zyklusunregelmäßigkeiten und Unfruchtbarkeit. Verbindungen zu einem frühen Diabetes II sind gegeben. Die Stimulation der Eierstöcke ist schwierig, da diese zu einer Überstimulation neigen. Probleme des PCO-Ovars

Sedoanalgesie

Ein sehr schonendes Verfahren, um bei der Punktion der Ovarien keine Schmerzen zu verspüren. Die Nebenwirkungen sind ausgesprochen gering. Beschreibung der Sedoanalgesie

Spermiogramm

Diagnostische Maßnahme zur Erfassung der männlichen Fruchtbarkeit. Unter dem Mikroskop wird nicht nur die Gesamtzahl der Spermien berechnet, sondern auch die Qualität der Spermatozoen festgestellt.
Ist das Spermiogramm von schlechter Qualität, besteht laut österreichischem IVF-Fonds-Gesetz der Anspruch auf die finanzielle Unterstützung in einem IVF-Verfahren (70 % der Kosten werden ersetzt). Genaue Beschreibung

TESE

Abkürzung für die testikuläre Spermaextraktion. Mit diesem Verfahren ist es möglich, trotz fehlender Spermien in bestimmten Fällen mittels eines kleinen Eingriffs aus dem Hoden Spermatozoen zu gewinnen. Beschreibung des Verfahrens.

Ungeklärte Sterilität (unexplained infertility)

Sie liegt dann vor, wenn trotz des Einsatzes aller medizinischer Abklärungsschritte kein Grund für die Unfruchtbarkeit gefunden wird. Dies ist bei etwa 20 % aller unfruchtbaren Paare der Fall. Interessanterweise ist es auch hier mittels künstlicher Befruchtung oft möglich, eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Vasektomie

Unterbindung beider Samenstränge zur Unfruchtbarkeitmachung des Mannes. Leider lässt sich diese im Falle eines erneuten Kinderwunsches nicht immer befriedigend rückoperieren, sodass oft nur der Weg einer künstlichen Befruchtung offen steht. In diesem Falle werden allerdings keinerlei Kosten vom IVF-Fonds übernommen. Genaue Beschreibung